Aktuell

Liebe Zuchtwarte, liebe Züchterinnen und Züchter,

 

 

 

eben erhielt ich die nachstehende Mitteilung aus dem Ministerium zu den aktuell aufgetretenen Fällen der Aviären Influenza (5 Nachweise am 30.10. in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Oldenburg und Hamburg; 8 Nachweise gestern aus Dithmarschen und Nordfriesland). Das FLI hat das Infektionsrisiko als hoch eingestuft. Ich bitte um Beachtung der Empfehlungen zu Biosicherheitsmaßnahmen.

 

 

 

Viele Grüße

 

Siegfried Becker

                                                                                                                                

 

Risikoeinschätzung
zum Auftreten von
HPAIV H5 in Deutschland

 

 

 

 In Deutschland sind am 30.10.2020 mehrere HPAI H5-Fälle bei Wildvögeln nahezu zeitgleich an der Nord- und Ostseeküste sowie in Hamburg aufgetreten. Diesen Ereignissen ging eine Serie von HPAI H5-Ausbrüchen bei Geflügel und Wildvögeln in Russland und Kasachstan seit Ende Juli sowie in Israel und in den Niederlanden Mitte und Ende Oktober 2020 voran. Das Risiko weiterer Einträge von HPAIV H5 nach Deutschland, der Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und des Eintrags in deutsche Nutzgeflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrich-tungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wird als hoch einge-stuft. Überwachungsmaßnahmen hinsichtlich toter oder kranker Wildvögel sollten unverzüglich weiter intensiviert sowie die Biosicherheit in den Geflügelbetrieben überprüft und ggf. optimiert werden. Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.
Risikoeinschätzung zum Auftreten von HPAIV H5 in Deutschland
2 | Risikoeinschätzung | FLI | Stand 02.11.2020
Hintergrund
In der Risikoeinschätzung vom 02.10.2020 wurden zahlreiche Meldungen zum Auftreten von HPAI H5N8 in Russland und Kasachstan seit Ende Juli 2020 beschrieben. Das Geschehen erstreckte sich bis zum Schwarzen Meer. Inzwischen liegen Berichte zu neuen Einträgen von HPAIV H5N8 nach Israel (Mitte Oktober), in die Niederlande und nach Deutschland (Ende Oktober) vor.
Aus Israel wurden zwischen dem 13.-19.10. drei Ausbrüche in großen Geflügelhaltungen in Haifa, Hadarom und Hazafon sowie von Trauer- und Höckerschwänen mit z.T. neurologischen Symptomen in je einem Zoo in Jerusalem und Tel Aviv an die OIE gemeldet.
Am 23.10. meldeten die Niederlande HPAIV H5N8-Fälle bei zwei Höckerschwänen und einer Pfeifente, die am 17.10. in einem Feuchtbiotop in der Nähe von Utrecht bzw. am 18.10. am Strand von IJmuiden in der Nähe von Amsterdam tot gefunden wurden. Zusätzlich wurde am 29.10. ein Ausbruch von HPAIV H5 in einem Broiler-Elternbestand mit knapp 40.000 Tieren in Gelderland bekannt (Tabelle 1, Abbildung 1).
In Deutschland wurde fast zeitgleich in Proben von zwei klinisch gesunden Pfeifenten aus Oldenburg und Hamburg aviäres Influenzavirus vom Subtyp H5N8 nachgewiesen. In beiden Proben war die Viruslast gering, so dass nur in einem Fall der Pathotyp (HPAIV) bestimmt werden konnte. Ein toter Mäusebussard von der Insel Rügen wurde am 30.10. HPAIV H5N5-positiv getestet. Auch bei einem verendeten Brachvogel, einem Wanderfalken und einer toten Pfeifente vom Wattenmeer in Dagebüll, Schleswig-Holstein, wurde HPAIV H5N8 nachgewiesen.
Tabelle 1:
Bestätigte Ausbrüche von HPAI H5N8/H5N5 bei gehaltenen Vögeln und Fälle bei Wildvögeln seit 01.10.2020. Quelle: OIE, WAHIS; ADNS; TSN (Stand 30.10.2020)
Land
Region
Datum (2020)
Tierart
Anzahl Ausbrü-che/Fälle
Anzahl be-troffene Tiere
Russland
Kostromskaya Oblast
10.10.2020
Geflügel
1
14.041
Israel
Haifa
13.10.
Geflügel
1
35.000
Hadarom
15.10.
Geflügel
1
18.800
Hazafon
19.10.
Geflügel
1
34.000
Jerusalem
18.10.
Zoovögel (Schwäne)
1
24
Hazafon
21.10.
Rosapelikan
1
1
Tel Aviv
24.10.
Zoovögel
(Trauerschwan)
1
1
Niederlande
Utrecht
17.10.
Höckerschwan
2
2
Amsterdam
18.10.
Pfeifente
1
1
Gelderland
29.10.
Geflügel
1
35.700
Deutschland
Rügen
28.10.
Mäusebussard (H5N5)
1
1
Hamburg
26.10.
Pfeifente
1
1
Schleswig-Holstein
28.10.
Pfeifente, Wan-derfalke, Großer Brachvogel
3
3
Risikoeinschätzung zum Auftreten von HPAIV H5 in Deutschland
Risikoeinschätzung | FLI | Stand 02.11.2020 | 3


Abbildung 1: HPAI H5-Ausbrüche bei Geflügel und Fälle bei Wildvögeln in Russland, Kasachstan, Israel, den Niederlanden und Deutschland, die seit Juli 2020 an OIE/ADNS gemeldet wurden. (Stand: 30.10.2020). Symbole: Siehe Legende.
Einschätzung der Situation
Das HPAIV H5-Geschehen im Seengebiet im südlichen Ausläufer Westsibiriens und angrenzenden Nord-Ka-sachstan hatte bereits erste Hinweise darauf gegeben, dass HPAIV H5-Viren mit dem Vogelzug nach Europa gelangen könnten, weil dortige Ausbruchsgeschehen in der Vergangenheit häufig zeitlich und räumlich mit dem Herbstzug von migrierenden Wasservögeln zusammenfielen.
Dies wurde durch erste Nachweise von HPAIV H5-positiven Wildvögeln in den Niederlanden und Deutschland in unterschiedlichen Regionen an der Nord- und Ostseeküste bestätigt, die derzeit annähernd zeitgleich auftreten.
Durch Genomuntersuchungen der HPAI H5N8 Viren aus den Ausbrüchen in Kasachstan im September ist be-kannt, dass diese vermutlich bereits seit 2018 kontinuierlich und unentdeckt in der Region zirkulieren. Die Sequenzen unterscheiden sich deutlich von H5N8-Viren, die im Winter 2019/2020 in Europa aufgetreten waren.
Risikoeinschätzung zum Auftreten von HPAIV H5 in Deutschland
4 | Risikoeinschätzung | FLI | Stand 02.11.2020
Außerdem lassen phylogenetische Untersuchungen der HPAI H5-Viren, die z.B. in den Niederlanden in der Nähe von Utrecht von verendeten Höckerschwänen und von einem Bussard in Deutschland gewonnen wur-den, auf einen neuen Eintrag schließen. Die bisher analysierten Viren gehören zwar wie die seit 2016 einge-schleppten HPAIV H5N8 zur Klade 2.3.4.4b, stehen jedoch nicht in direktem phylogenetischen Zusammen-hang mit den H5N8-Viren, welche die Ausbrüche im ersten Halbjahr 2020 in Europa verursachten.
Der Abzug von verschiedenen Wasservogelarten in Richtung Westeuropa erfolgt bereits seit einigen Wochen, so dass sich Wildvögel in z.T. hohen Dichten an Sammelplätzen in Zwischen- oder Überwinterungsquartieren aufhalten. Nordische Wildgänse (Blässgans, Saatgans), Schwäne (Singschwan, Zwergschwan) sowie verschie-denen Entenarten (z.B. Pfeifenten) kommen je nach geografischer Herkunft, die weit bis nach Russland reichen kann, erstmals zwischen Mitte Oktober und Mitte November nach Deutschland. Bei vielen Wasser-vogelarten gehören so genannte Kältefluchten zum normalen Zugverhalten. Auf diese Weise können Höhe-punkte des Herbstzuges der Enten, Gänse und Schwäne witterungsabhängig zeitlich variabel zwischen Okto-ber und November erwartet werden. Somit muss jederzeit mit weiteren Einträgen von HPAIV H5 nach Europa und Deutschland gerechnet werden. Diese scheinen sich momentan gehäuft an der Nord- und Ostseeküsten-region zu ereignen, was früheren Eintragsmustern ähnelt.
Verschiedene Studien zeigten, dass Kälteeinbrüche in den Jahren 2005 und 2016 den Eintrag und die Aus-breitung von HPAIV H5 aus Asien in westliche Richtung bis nach Europa begünstigt hatten. Niedrige Tempe-raturen im Herbst und Winter stabilisieren die Infektiosität von Influenzaviren in der Umwelt. Wenn sich Wasservögel in hoher Zahl sammeln und vermischen, werden Virusübertragungen zwischen Wildvögeln und somit die Verbreitung der Viren begünstigt. Eine umfassende Untersuchung der wilden Wasservögel ist in der Regel nicht möglich, so dass die tatsächliche Verbreitung der HPAI H5 Viren nur aus sporadischen Funden, nicht aber in Gänze eingeschätzt werden kann. Es muss davon ausgegangen werden, dass sich die Viren in Deutschland bei Wildvögeln weiterverbreiten, eventuell ohne auffällig erhöhte Mortalität.
Die Berichte von HPAIV H5 Nachweisen in tot aufgefundenen Wildvögeln aus Israel, den Niederlanden und Deutschland enthalten wichtige Hinweise auf die Empfänglichkeit von Vogelarten gegenüber klinischer Er-krankung nach Infektion mit den aktuellen HPAIV H5. So scheinen Schwäne offenbar wieder besonders emp-fänglich zu sein. Bei ihnen wurden vor allem neurologische Symptome (z.B. unkoordiniertes Kopfkreisen und verändertes Fluchtverhalten) beobachtet. Andere Wasservögel, z.B. Gründelenten wie die Pfeifenten, kön-nen infiziert sein und das Virus ausscheiden, auch ohne dabei auffällig zu erkranken.
Bei früheren durch HPAIV H5 verursachten Ausbruchsgeschehen fiel eine besondere Empfänglichkeit von Greifvögeln auf. Bussarde und andere Greifvogelarten, wie z.B. der Seeadler, ernähren sich unter anderem von Aas. Es ist plausibel, dass sich fakultative Aasfresser an verendeten oder erkrankten Wasservögeln infi-zieren, anschließend erkranken und verenden können. Im gegenwärtigen Geschehen wurden bisher ein Bus-sard und ein Wanderfalke positiv getestet. Wanderfalken dagegen sind keine Aasfresser und jagen fast aus-schließlich Vögel im freien Flugraum, an den Küsten kleine Vögel (Limikolen), aber auch kleine Enten und Möwen. Tote und infizierte Greifvögel sind somit als Indikatoren für ein Ausbruchsgeschehen in der Umge-bung zu werten, wobei Wanderfalken auf Infektionen bei Vögeln ohne ausgeprägte Klinik hinweisen können.
Risikoeinschätzung zum Auftreten von HPAIV H5 in Deutschland
Risikoeinschätzung | FLI | Stand 02.11.2020 | 5
Einschätzung des Risikos und Empfehlungen
Die neuen Funde von HPAI H5-Viren bei Wasser- und Greifvögeln in Küstenregionen der Nord- und Ostsee stehen zeitlich und räumlich im Zusammenhang mit dem bereits begonnenen Herbstzug von Wasservögeln aus Regionen, in denen HPAIV H5N8 nachgewiesen wurde und wo es vermutlich in unbekanntem Umfang unentdeckt in Wasservogelpopulationen zirkuliert.
Der Vogelzug (auch Wasservögel) ist derzeit in vollem Gange, und die Dichte der Vogelpopulationen in Rast-gebieten wird in den kommenden Wochen weiter zunehmen bzw. durch Kälteeinbrüche beschleunigt. Diese Bedingungen begünstigen die Virusübertragung und Ausbreitung.
Das Risiko weiterer Einträge von HPAI H5-Viren nach Deutschland wird als hoch eingestuft. Die Ausbrei-tung von HPAI H5-Viren in Wasservogelpopulationen in Deutschland und ein Eintrag in deutsche Nutz-geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kon-takte zu Wildvögeln wird ebenfalls als hoch eingeschätzt.
Auffälliges Verhalten und Totfunde bei Wildvögeln sollten umgehend den Veterinärbehörden zur Bergung und Untersuchung gemeldet werden. In Zoos und Geflügelhaltungen, insbesondere mit Auslauf- und Frei-landhaltung sollten Präventions- und Biosicherheitsmaßnahmen dringend überprüft und, wenn nötig, opti-miert werden.
Oberste Priorität hat der Schutz der Nutzgeflügelbestände vor einem Eintrag und der möglichen weiteren Verbreitung von HPAIV Infektionen. Hierzu müssen die einschlägig empfohlenen Biosicherheitsmaßnahmen und Überwachungs- bzw. Abklärungsuntersuchungen überprüft und unbedingt konsequent eingehalten wer-den. Zur Einhaltung von Grundregeln der Biosicherheit sind Geflügelhalter gesetzlich verpflichtet. Außerdem ist die Errichtung einer funktionierenden physischen Barriere zwischen den Habitaten von wilden Wasservö-geln (z.B. Gewässer, Felder auf denen sich Gänse, Enten oder Schwäne sammeln) und den Geflügelhaltungen wesentlich. Berücksichtigt werden müssen auch indirekte Eintragswege wie kontaminiertes Futter, Wasser oder verunreinigte Einstreu und Gegenstände (Schuhwerk, Schubkarren, Fahrzeuge usw.).
Sofern eine weitere Ausbreitung des Virus vor allem im Wildvogelbereich erfolgt, kann die Aufstallung von Freilandgeflügel in betroffenen Regionen als wirksame Methode zur Verhinderung der Viruseinschleppung in Erwägung gezogen werden.
Konkret werden folgende weitere Empfehlungen ausgesprochen:
• Überprüfung der Durchführbarkeit der in den Krisenplänen für den Seuchenfall vorgesehenen Maßnah-men und Aktualisierung der Pläne, soweit erforderlich
• Minimierung von direkten und indirekten Kontaktmöglichkeiten zwischen Geflügel und wilden Wasser-vögeln und natürlichen Gewässern (z.B. Abdecken von Feuerlöschteichen auf dem Betriebsgelände etc.)
• Kein Kontakt von Jägern, die mit Federwild oder dessen Ausscheidungen in Berührung gekommen sind, zu Geflügel
• Überprüfung, Optimierung und konsequente Umsetzung der Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhal-tungen, auch unter Nutzung verfügbarer Checklisten und Online-Tools (https://risikoampel.uni-vechta.de/plugins.php/aisurveyplugin/ai/survey?disease_id=1)
Risikoeinschätzung zum Auftreten von HPAIV H5 in Deutschland
6 | Risikoeinschätzung | FLI | Stand 02.11.2020
• Umsetzung der Mindest-Biosicherheitsmaßnahmen in Kleinhaltungen (
https://www.openagrar.de/serv-lets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00000891/Merkblatt-AI_2016-11-25.pdf), zoologischen Gärten, Tierparks und –heimen entsprechend der Geflügelpest Schutzverordnung (https://www.gesetze-im-internet.de/geflpestschv/)
• Erhöhte Wachsamkeit für ein schnelles Erkennen von Verdachtsfällen bei Geflügel und unverzügliche Einleitung der diagnostischen Abklärung hinsichtlich HPAIV
• Intensivierung des passiven und aktiven Wildvogelmonitorings mit Schwerpunkt auf Wasser- und Greif-vögeln:
o Die Bevölkerung ist aufgerufen, Beobachtungen von unnormalen Verhaltensweisen bei Wasser-vögeln (z.B. unkoordiniertes Kopfkreisen) sowie Totfunde von Wildvögeln den Veterinärbehör-den sofort zu melden, um die Früherkennung zu forcieren.
o Tote Vögel sollten eingesammelt und auf das Vorkommen von Influenza-A Infektionen in den Landesuntersuchungsämtern untersucht und anschließend sicher entsorgt werden, um eine Um-weltkontamination bzw. eine Übertragung auf aasfressende Vögel zu vermeiden.
o Besondere Aufmerksamkeit sollte Beobachtungen in Vogelschutzgebieten gelten. In diesen Ge-bieten sollte auch die gezielte Untersuchung von Kot von Wasservögeln (z.B. Blessgänse, Pfeif-enten) in Betracht gezogen werden, um das lokale Risiko einzuschätzen.
Weitere Hinweise:
Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (European Food Safety Authority, EFSA) bietet vierteljährig einen frei zugänglichen Bericht (auf Englisch) zu HPAI Ausbrüchen bei Geflügel und Fällen bei Wildvögeln unter folgendem Link an:
https://www.efsa.europa.eu/en/publications/?f%5B0%5D=sm_field_so_type%3Ascientific_report_post_11
Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit Hauptsitz: Insel Riems, Südufer 10, D-17493 Greifswald-Insel Riems, www.fli.de Foto/Quelle: privat

 

Absage der 124.LIPSIA-Bundesschau u. 102. Nationalen

Mit großem Bedauern müssen wir die 124. LIPSIA-Bundesschau leider absagen, trotz intensivster Anstrengungen ist eine Durchführung der Ausstellung in diesem Jahr nicht möglich.

Grund sind die Auflagen die durch den Freistaat Sachsen neu erlassenen Corona-Schutzverordnung mit Gültigkeit vom 24.Oktober 2020.

Dies macht eine Durchführung der Ausstellung nicht möglich.

Uns ist diese Entscheidung sehr schwer gefallen, aber auch mit Blick auf die rasant steigenden Infektionszahlen in ganz Deutschland und dem Wissen das unser aller Gesundheit das wichtigste ist, hoffen wir auf Ihr Verständnis.

Weitere Informationen werden in dieser Woche veröffentlicht, bis dahin bitten wir von Anfragen abzusehen.



Liebe Züchterfreundinnen und -freunde, leider muss die 47. VHGW Bundesschau, 92. Deutsche Zwerghuhnschau und 54. LV-Schau Thüringens abgesagt werden.

 

Die aktuelle Situation im Zusammenhang mit dem rasanten Anstieg der Zahl der Corona-Infizierten lässt eine Durchführung dieser lange geplanten und schon in aufwändiger Vorbereitung befindlichen Ausstellung nicht zu. Deshalb hat sich die Ausstellungsleitung in Absprache mit den Verantwortlichen der Messe Erfurt schweren Herzens für eine Absage dieser traditionsreichen Schau der deutschen Rassegeflügelzucht entschieden.

Diese schwerwiegende Entscheidung erfolgte zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten. Die Ausstellungsleitung bittet alle herzlich um Verständnis.

Bitte sehen Sie von Anfragen ab.

Weitere Informationen werden in Kürze allen Ausstellern und Industrieausstellern zugesandt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Stötzer

Vorsitzender des LV der Rassegeflügelzüchter Thüringens e.V.


Liebe Zuchtwarte, liebe Züchterinnen und Züchter,
 
wie es ja angesichts der bislang wenig greifenden Maßnahmen des "Lockdown light" schon zu erwarten stand, aber auch angesichts der dramatischen Nachweise der HPAI bei Wildvogelfunden in den Küstenregionen an Ost- und Nordsee (v.a. Wildgänse) hat sich die Ausstellungsleitung in Hannover dazu entschlossen, die Deutsche Junggeflügelschau und damit auch die VDT-Schau 2020 abzusagen:
 
https://gzv-hannover.de/2020/11/16/absage-der-139-deutschen-junggefluegelschau/
 
Viele Grüße - und bleibt gesund!
Siegfried Becker

Hausgeflügel vor der Geflügelpest schützen!                                                                                           
Um Hausgeflügelbestände vor einer Infektion mit dem Geflügelpestvirus zu schützen muss jeder Geflügelhalter für seinen Bestand Biosicherheits-Maßnahmen ergreifen.
Die Bestimmungen der Geflügelpest-Verordnung sind rechtlich bindend und vor allem für große Betriebe umfassend. Um auch kleine Geflügelhaltungen (<100 Tiere) besser zu schützen werden darüber hinaus weitergehende Biosicherheitsmaßnahmen dringend empfohlen.


Folgende gesetzliche Regelungen gelten für alle Geflügelhaltungen:

  •  Es besteht eine Meldepflicht für den Tierbestand:

Wer Geflügel hält, muss seinen Tierbestand unter Angabe von Name und Anschrift, Tierzahl, Nutzungsart, Standort der Tiere und Haltungsform (Freiland- oder Stallhaltung) bei der zuständigen Stelle (HVL, Veterinäramt) anmelden.

  •  Ein Bestandsregister muss geführt werden:

Hier werden alle Zu- und Abgänge mit Datum, Art des Geflügels, Name und Anschrift des Transportunternehmers sowie des vorherigen bzw. zukünftigen Besitzers verzeichnet. Für größere Bestände (ab 100 Tiere) gelten gem. § 2 Geflügelpest-Verordnung weitergehende Pflichten.

  •  Geflügel darf nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden. Für die Tränke darf nur Wasser verwendet werden, zu dem Wildvögel keinen Zugang haben.
  •  Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände (Gerätschaften, Maschinen), mit denen

Geflügel in Berührung kommen kann, sind für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren, um direkten und indirekten (z.B. über Kot) Kontakt des Hausgeflügels mit Wildvögeln zu verhindern.

  •  Folgende Krankheitsanzeichen, sind unverzüglich durch einen Tierarzt abklären zu lassen. Dabei ist immer auch auf Influenza A-Viren der Subtypen H5 und H7 untersuchen zu lassen:
  •  wenn in Haltungen mit weniger als 100 Tieren 3 oder mehr Tiere innerhalb von 24 Stunden sterben oder in größeren Beständen mehr als 2 % Tierverluste innerhalb von 24 Stunden auftreten,
  •  wenn in Haltungen, in denen ausschließlich Enten und / oder Gänse gehalten werden, über einen Zeitraum von mehr als vier Tagen Verluste von mehr als der dreifachen üblichen Sterberate der Tiere des Bestandes festgestellt werden,
  •  wenn erhebliche Veränderung in der Legeleistung oder Gewichtszunahme auftreten
  •  Personen, die beruflich in einer Geflügelhaltung tätig sind, müssen während ihrer Tätigkeit saubere Schutzkleidung tragen, die anschließend abgelegt, gereinigt und desinfiziert oder unschädlich beseitigt wird.


Merkblatt für Geflügelhalter Hessen Stand: Oktober 2020
Folgende Maßnahmen werden zur Verhinderung einer Seucheneinschleppung darüber hinaus auch für kleine Haltungen dringend empfohlen:
Abgrenzung der Tierhaltung nach außen:

  •  Lassen Sie nur Personen zu Ihren Tieren, deren Besuch unbedingt erforderlich ist (z.B. Tierarzt).
  •  Beschränken Sie den Fahrzeugverkehr im Bereich der Tierhaltung auf das nötige Maß.
  •  Stellen Sie sicher, dass Geflügel nicht aus der Haltungseinrichtung entkommen kann, schließen Sie Stallungen ab.
  •  Halten Sie Hunde und Katzen von den Haltungseinrichtungen für Geflügel fern.
  •  Führen Sie regelmäßig Schadnagerbekämpfung in den Stallungen und im Außenbereich durch.

Betreten / Verlassen der Ställe:

  •  Waschen Sie sich vor Betreten und nach Verlassen der Tierhaltung die Hände (mit Seife) und nutzen Sie Handdesinfektionsmittel.
  •  Trennen Sie strikt zwischen Straßen- und Stallkleidung:
  •  Betreten Sie Stall und Auslauf nur mit Schutzkleidung (Overall, Schuhe). Legen Sie die Schutzkleidung ab, wenn Sie den Stall/Auslauf verlassen. Waschen Sie Mehrwegschutzkleidung regelmäßig bei mind. 60°C. Entsorgen Sie Einwegschutzkleidung nach Gebrauch unschädlich in einer vor unbefugtem Zugriff geschützten Restmülltonne.
  •  Reinigen und desinfizieren Sie ihre Schuhe bei Betreten und Verlassen des Stalles. Achten Sie dabei besonders darauf, keinen Schmutz an den Sohlen zu übersehen. Verwenden Sie besser Schuhwerk, das Sie ausschließlich im Stall verwenden und dort belassen.

Weitere Hinweise:

  •  Stallungen sollten leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein. Halten Sie diese in gutem baulichen Zustand.
  •  Bewahren Sie verendete Tiere bis zur Abholung so auf, dass Vögel und andere Tiere keinen Zugang haben.
  •  Verfüttern Sie keine Eierschalen oder Geflügelteile.
  •  Verwenden Sie Eierkartons nur einmal.
  •  Duschen Sie und ziehen Sie frische Kleidung an, wenn Sie andere Geflügelbestände besuchen.

Weitere Informationsquellen:

  •  Homepage des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit mit Informationen zur aktuellen Lage, zur Aviären Influenza (Geflügelpest, „Vogelgrippe“) und zu Möglichkeiten, Tierbestände zu schützen

https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/

  •  Veterinärämter der Landkreise und kreisfreien Städte
  •  DVG-Desinfektionsmittelliste für Tierhaltungen: www.-desinfektion-dvg.de

 

 

Merkblatt für Geflügelhalter in Hessen                                                                  Stand : Oktober 2020


Liebe Zuchtwarte, Züchterinnen und Züchter,
 
auf der Homepage des BDRG wird informiert über Änderungen der Rechtslage zur Tiergesundheit und zum Verbringen von Tieren, darunter speziell auch Geflügel; über Links sind die EU-Richtlinie 2016/429 vom 9. März 2016 zu Tierseuchen und zur Änderung und Aufhebung einiger Rechtsakte im Bereich der Tiergesundheit ("Tiergesundheitsrecht") sowie die Delegierte Verordnung (EU) 2020/688 der Kommission vom 17. Dezember 2019 erreichbar und können dort nachgelesen werden:
 
https://www.bdrg.de/aktuelles/eu-verordnung-zur-praevention-und-bekaempfung-von-tierseuchen
 
Viele Grüße
Siegfried Becker

Liebe Zuchtfreunde.                                                                                                          

                                     

 

Die LV Infobörse ist fertig.

 

Wer noch ein paar Exemplare erwerben möchte, kann diese bei

 

unserer Pressewartin  Thomasina Fehsel per Telefon bestellen.

 

                                               0172-2790834          

 

Die Portokosten sind wie folgt gestaffelt.

 

  • 1-2      Stück                       1,85€
  • 3-5      Stück                       3,00€
  • 6-10    Stück                       4,69€
  • Ab 11  Stück                       6,29€    

 

Der Preis der LV Infobörse beträgt 3,00€

             

 

Der Vorstand

 


Das geht uns alle an....

Der Landesverband der Rassegeflügelzüchter ist nicht verantwortlich für Inhalt und Text dieser Petition !



Liebe Züchterinnen und Züchter,
 
aus dem Ministerium Wiesbaden erhielten wir heute das beigefügte Schreiben aus dem Bundesministerium, das im Interesse der Tierseuchenbekämpfung ein innergemeinschaftliches Verbringen zwischen den EU-Staaten an mitzuführende Gesundheitsbescheinigungen knüpft, was auch für Ausstellungen von in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln verpflichtend vorgeschrieben ist.
 
Diese Vorschrift wurde im Rahmen der letzten Tierseuchenreferenten-Sitzung im Vorgriff auf den Gültigkeitsbeginn zum 21. April 2021 der delegierten Verordnung (EU) 2020/688 vereinbart. Sie beinhaltet, dass bereits ab sofort bei Verbringungen von in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln aus anderen EU-Mitgliedstaaten, die für Ausstellungen bestimmt sind, verpflichtend immer eine Gesundheitsbescheinigung mitzuführen ist. Wir sind gebeten worden, unsere Mitglieder entsprechend zu informieren. Gebt also bitte diese Information auch an die Vereinsmitglieder weiter.
 
Ich füge dieses Schreiben des BMEL, mit dem die Geflügelverbände darüber informiert wurden, in der Anlage bei. Dies betrifft sicherlich nicht nur große Ausstellungen wie Leipzig und Hannover, sondern auch kleinere Sonder- und Hauptsonderschauen, auf denen Tiere aus den benachbarten EU-Staaten ausgestellt werden sollen. Da sicherlich auch Tiertransporte aus der BRD in andere EU-Mitgliedsstaaten darunter fallen (etwa zur Europaschau, auch wenn sie 2021 von Österreich bereits abgesagt wurde), sowie Transporte von erworbenen oder verkauften Tieren über die Staatengrenzen hinweg davon betroffen sind, habe ich heute bei unserem Kreisveterinär deswegen nachgefragt. Sobald ich weitere Informationen habe (wer die TRACES-Bescheinigungen ausstellt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, welche Untersuchungen ggf. anstehen etc.), werde ich sie über diesen Verteiler mitteilen.
 
Viele Grüße
Siegfried Becker



Gespräch im Ministerium am 11.3.2020

 

 

 

Am 11. März fand wieder eine Besprechung mit den hessischen Geflügelzuchtverbänden im Tierseuchenreferat des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) statt. Teilgenommen haben für den LV Hessen-Nassau 1. Vors. Andreas Heide und ZBO Berthold Lämmchen (2. Vors. Mario Dold war entschuldigt), für den LV Kurhessen 1. Vors. Karl Kahler, 2. Vors. Stefan Blumenstein und ich. Über die Ergebnisse will ich das Wichtigste berichten und auch ein paar aktuellere Entwicklungen aufzeigen. Wie in den Jahren zuvor haben wir in Abstimmung mit Dr. Fröhlich einen Fragenkatalog vorgelegt, der sehr ausführlich und für uns hilfreich beantwortet wurde. Für diese Gesprächsmöglichkeit sind wir daher sehr dankbar.

 

 

 

1.Aviäre Influenza: Dr. Fröhlich gab zunächst einen Bericht zur aktuellen Situation, insbesondere zu den massiven Ausbrüchen der HPAI in Osteuropa (Bulgarien, Polen, Slowakei, Tschechische Republik); über das Radar-Bulletin des FLI kann man sich dazu einen Überblick verschaffen. In Deutschland gab es bis dahin nur die beiden positiven Befunde bei einer Wildgans in Brandenburg und einer Hühner-Kleinhaltung in Hohenlohe/BW. Über die inzwischen aufgetretenen Fälle (Legehennen-Kleinhaltung im Kreis Leipzig/Sachsen am 13.3., Putenmästerei im Kreis Aurich/Niedersachsen am 20.3. und Putenmästerei im Kreis Börde/Sachsen-Anhalt) habe ich ja zeitnah bereits Mitteilung gemacht. Einzelfälle wurden bei einer Ente in Zoohaltung im Kreis Zwickau/Sachsen am 26.3. und bei einem Greifvogel im Kreis Leipzig am 21.3. festgestellt. In Hessen wurde diesen Winter noch kein Fall nachgewiesen, lediglich die Kot probe bei einem (lebenden) Graureiher im Kreis Waldeck-Frankenberg ergab den Nachweis des niedrigpathogenen Subtyps H5N1. Vom FLI wurde ein mittleres Risiko für die Einschleppung des Virus angegeben. Wir haben darauf aufmerksam gemacht, dass der z.Z. sehr intensive Warenverkehr (insbesondere günstige Futtermittellieferungen aus Polen) als möglicher Vektor mit bedacht werden muss, zumal sich die in Puten-Großmästereien aufgetretenen Fälle nicht unbedingt aus einer aktuell auffälligen Funddichte positiver Wildvögel im Umland erklären lassen.

 

 

 

1.Nachlese zur Änderung Geflügelpestverordnung: Die Änderungen hätten sich als nützlich erwiesen, etwa hinsichtlich der flexibleren Ausweisung von Sperrbezirken. Gerade die wenigen aktuellen Fälle mit z.T. rasch wieder aufgehobenen Sperrbezirken zeigen ein gelasseneres Umgehen der Behörden mit der HPAI. Eine echte Bewährungsprobe stünde allerdings noch aus (hoffen wir, dass es auch so bleibt). In Hessen sind neue Risikogebiete lediglich mit den Reinheimer Teichen in Südhessen hinzugekommen. Als problematisch wurde von uns die enge Maschenweite für Übernetzungen angemerkt; das EFSA-Gutachten lässt dazu aber z.Z. keine Toleranz zu.

 

 

 

1.Schutzmaßregeln für gefährdete Nutztierrassen und seltenes Ziergeflügel: Ausnahmeregelungen hinsichtlich angeordneter Keulungen im Seuchenfall sieht die GeflPSchVO zwar vor, doch müssen Haltungen von gefährdeten Nutztierrassen und seltenem Ziergeflügel vor einem Seuchenfall amtlich gemeldet und registriert sein und die notwendigen Biosicherheits-Voraussetzungen, insbesondere die Vorhaltung von Quarantäne-Einrichtungen nachgewiesen und genehmigt sein. Wir sind aber gebeten worden, auf diese Möglichkeit hinzuweisen (einzig bisher beantragte und genehmigte Einrichtung in Hessen ist der Opel-Zoo).

 

 

 

1.Beiträge der Tierseuchenkasse sind im letzten Jahr 2019 konstant geblieben. Es wurde allerdings auf die Notwendigkeit einer korrekten Meldung der tatsächlich gehaltenen Tier Zahl hingewiesen. In diesem Zusammenhang weise ich nochmals eindringlich darauf hin, dass alle Halterinnen und Halter von Geflügel (also auch diejenigen, die drei Legehennen im Garten halten) diese Haltung bei der Tierseuchenkasse anzumelden haben. Zusätzlich ist eine Betriebsnummer (Registriernummer) beim Hessischen Verband für Leistungsprüfungen in der Tierzucht in Alsfeld (HVL) zu beantragen. Ohne diese Registriernummer können heute (schon seit längerem!) keine Tiere mehr auf Ausstellungen gebracht werden. Wer diese Registriernummer noch immer nicht hat, sollte diese schleunigst beantragen. Vordrucke können bei mir abgerufen werden. Hier sind auch die Zuchtwarte gefordert: macht bitte auf die Notwendigkeit einer gewissenhaften Meldung bei Tierseuchenkasse und HVL aufmerksam!

 

 

 

1.Änderung der Tierimpfstoff-Abgabeverordnung: Diese Änderung ist inzwischen erfolgt, auf die entsprechende Mitteilung des BDRG habe ich ja hingewiesen. Ausdrücklich betont hat Dr. Fröhlich allerdings, dass weiterhin strikt das 6-Wochen-Impfintervall für die ND-Trinkwasserimpfung gilt. Bitte in den Vereinen mitteilen und sich auch daran halten. Die Einhaltung des Impfintervalls ist unbedingt nötig, denn es wurde darauf hingewiesen, dass bei Routine-Untersuchungen von eingelieferten Tieren aus Hobbyzuchten im Hessischen Landeslabor festgestellt wurde, dass in sehr vielen Fällen kein ausreichender ND-Impfschutz nachweisbar war. Wegen der festgestellten offensichtlich nachlassenden Impfdisziplin wird das Ministerium den Regierungspräsidien empfehlen, vermehrt Stichproben in den Beständen durchzuführen (Blutproben oder Brutei-Beprobung), um den Antikörper-Titter zu bestimmen. Ich bitte also, um ggf. Sanktionen wegen nicht sachgemäß durchgeführter Impfungen zu vermeiden, um unbedingte Impfdisziplin! Auch hier sind die Zuchtwarte in den Vereinen gefordert, auf die Notwendigkeit einer breiten, gut wirksamen Impfdecke hinzuweisen! Es ist in unser aller Interesse. Beklemmender weise trat uns ja in den letzten Wochen das Schlagwort „Herdenimmunität“ im Zusammenhang mit der Corona Virus-Pandemie in den Pressemitteilungen immer wieder entgegen. Auch bei unseren Geflügelbeständen brauchen wir diese Herdenimmunität, um ausreichend Schutz vor Seuchendurchbrüchen zu haben. Wenn größere ND-Ausbrüche auftreten sollten, wären aufgrund der dann angeordneten Schutzmaßnahmen auch unsere Ausstellungen gefährdet!

 

 

 

1.Paratyphus-Impfstoffe: noch gelistet, aber nicht mehr verfügbar sind die Paratyphus-Impfstoffe für Tauben Zoosal-t und Chevivac-S, daher steht für eine aktive Salmonellose-Vorbeugung bei Tauben auf absehbare Zeit kein für Tauben zugelassener Impfstoff zur Verfügung. Allerdings gibt es vom selben Salmonellenstamm den Impfstoff Salmoporc, der jedoch höher dosiert ist und vom Tierarzt über Umwidmungskaskade verdünnt werden muss, um bei Tauben angewendet werden zu können. Tierärzte mit Kleintierpraxen sehen sich dafür nicht immer in der Lage, daher sollte bei Bedarf Rücksprache mit einem Tierarzt mit Großtierpraxis gesucht werden.

 

 

 

1.Pullorum bei Hühnern: Vor allem in Sachsen tritt seit einigen Jahren, wohl auch durch Gemeinschaftsbrutschränke in den Vereinen weitergetragen, eine intensivere Problematik mit Salmonella pullorum bei Hühnerküken auf (Weiße Kükenruhr), in Sachsen wurde daher durch die Tierseuchenkasse unterstützt ein Sanierungsprogramm aufgelegt. In Hessen besteht dafür (noch) kein Bedarf, Pullorum wurde in Hessen in den letzten 3 Jahren nicht nachgewiesen. Bitte die Problematik im Auge behalten! Im letzten Heft der Geflügelzeitung wurde zudem über eine erhebliche Durchseuchung von Geflügelbeständen in Sachsen mit der Aviäre Leukose berichtet, eine virale Infektion, die sich auch über kontaminierte Bruteier in Gemeinschaftsbrutanlagen verbreitet. Auch hier bitte ich das Problem sorgsam im Auge zu behalten; eine Sanierung von Zuchttierbeständen mit Leukosebefall ist zwar möglich, aber mit erheblichem Aufwand verbunden.

 

 

 

1.Die Durchführung der klinischen Untersuchung der Ausstellungstiere zusammen mit der Einlasskontrolle hat sich bewährt, was auch von uns als Verbandsvertretern bestätigt wurde. Die damit für die einzelnen Aussteller nicht mehr notwendige kostenpflichtige vorherige Bestandsbesichtigung durch den Hoftierarzt spart uns Ausstellern ja auch Geld. Allerdings werden die Einlasskontrollen sehr unterschiedlich praktiziert, so dass von Ausstellern dann gerne reklamiert wird: letzte Woche in XY ist aber darauf nicht geachtet worden! Ein Merkblatt für die mit den Einlasskontrollen beauftragten Tierärzte soll seitens des Ministeriums erstellt werden; ausdrücklich betont wurde, dass die Tierärzte sowohl den Gesundheitszustand der eingelieferten Tiere zur Vermeidung der Krankheitseinschleppung als auch den korrekten Impfnachweis zu überprüfen haben (also den Nachweis der korrekten ND-Impfung im Abstand von 6 Wochen unter Angabe von Hersteller und Chargen-Nummer des Impfstoffs). Sehr kritisch wurde der Handel mit Tieren auf den Parkplätzen vor den Ausstellungshallen gesehen; die Ausstellungsleitungen werden gebeten, dies zu unterbinden. In diesem Zusammenhang weise ich auch darauf hin, dass es für die Besetzung von Käfigen auf Tier-/Taubenmärkten, auf Kükenschauen etc. klare Regeln gibt, die aus Tierschutzgründen auch eingehalten werden müssen, und dass gerade diese Verkaufsveranstaltungen bei der Veterinäraufsicht auch angemeldet und genehmigt werden müssen.

 

 

 

1.Hinzugeladen auf unseren Wunsch und auf Empfehlung von Frau Dr. Isa beim vorletzten Gespräch im November 2018 waren zwei Vertreterinnen aus dem Tierzuchtreferat des HMUKLV, um über mögliche Förderungen insbesondere der Erhaltung alter und gefährdeter Rassen und der Zuchtbucharbeit zu sprechen. Von diesen betont wurde allerdings, dass seit Änderung des Tierzuchtgesetzes 2006 Tierzucht keine staatliche Aufgabe mehr sei und eine Förderung daher nicht möglich wäre, eine Unterstützung durch den LLH nur für die Zucht landwirtschaftlicher Nutztiere (Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine) erfolge und das Rassegeflügel dafür nicht vorgesehen sei. Ich sehe dies anders, zumal der Freistaat Bayern und das Land Nordrhein-Westfalen hier Vorreiter in einer intensiveren Wahrnehmung der Bedeutung tiergenetischer Ressourcen sind. Wir werden in dieser Frage am Ball bleiben. Inzwischen hat unser LV-Vorsitzender Karl Kahler auch mit Frau Toth im LLH gesprochen, die uns gegenüber sehr aufgeschlossen ist und ein Gespräch angeboten hat, sobald die Auflagen aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen gelockert werden. Das freut mich außerordentlich, wir sind hier auf einem guten Weg!

 

 

 

Dr. Fröhlich hat abschließend nochmals betont, wie sinnvoll der Austausch sei und dass an den jährlichen Gesprächen festgehalten werden soll. Rückfragen zum Kurzbericht gerne an mich.

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Siegfried Becker

 


Bundesversammlung 2019

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Bericht zur Bundesversammlung 2019
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Geflügelhaltung im Garten boomt

In Zeiten, wo Antibiotika in Hühnerfleisch und Dioxin in Hühnereiern längst zum Thema geworden sind, wo die Diskussionen um artgerechte Tierhaltung in der Politik immer wieder entbrennt und wo sich Proteste und Aktionen von Tierschützern mehren, wird der Ruf nach „natürlichen“ Geflügelprodukten immer lauter. Wen wundert es da, dass die Geflügelhaltung im Hobbybereich boomt? Der Kreisverband hat am 5.5. zu einem Seminar „Einsteigerkurs Geflügelhaltung“ nach Borken eingeladen. Es sollte Basiswissen an Neulinge vermitteln. Die Welt der Hühner, Enten, Gänse und Tauben ist bunt und der Einstieg oft einfacher als man denkt. Die Resonanz war überwältigend. Wir haben mit etwa 10 interessierten Hobbyhaltern gerechnet und 60 Geflügelliebhaber sind gekommen. Der Vorbericht in der HNA hat so manchen Liebhaber ermutigt zu kommen. Es gibt sie also noch - die Freude am gefiederten Tier. Nicht alle Liebhaber wollen sich an Vereine binden oder haben noch nicht den Weg dorthin gefunden. Ganz bestimmt müssen auch die Vereine mehr auf diese Gruppe eingehen und deren Wünsche aufgreifen. Als Referent hat der KV-Vorsitzende Rudi Ehrhardt die wichtigsten Grundlagen in einer bilderreichen Präsentation vermittelt: Bedürfnisse des Geflügels, Haltungsformen, Stallbau und vieles mehr. Die Zwischenfragen zielten immer wieder auf Grundlagen der Geflügelhaltung. Auch ihre ersten Erfahrungen mit Geflügel haben die Hobbyhalter mit Stolz verkündet. Nicht alle Themen konnte in der Kürze der Zeit behandelt werden. So war der Wunsch in der lebhaften Diskussion nach weiteren Seminaren und weitergehenden Themen immer wieder geäußert worden. Die Teilnahme am Kurs war kostenfrei. Aber die Spendenbereitschaft der Zuhörer für die Jugendarbeit im KV und der LV-Jugendschau war beachtlich. Wir bieten den zweiten Kurs am Samstag, den 4. Mai 2019 in Borken an. Es wurde der vielfache Wunsch geäußert über die Gesundheit der Tiere und notwendige Impfungen zu referieren.

Rudi Ehrhardt (Vorsitzender des KV An der Schwalm)



Einsteigerkurs Geflügelhaltung


Findet zur Zeit nicht statt.