Aktuell


Warnung vor Teilnahme an Geflügelschauen wegen Geflügelpest

Zweiter Nachweis der Geflügelpest in Hessen

Das Hessische Umweltministerium weist auf die Gefahr der Ansteckung mit der Geflügelpest bei der der Teilnahme an Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder ähnlichen Veranstaltungen hin und bittet Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter in der aktuellen Situation auf die Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen zu verzichten. Aktuell werden in Deutschland zahlreiche Ausbrüche der Geflügelpest in Zuchtgeflügelhaltungen festgestellt. Die Eintragsquellen sind sehr häufig Ausstellungen, bei denen naturgemäß Kontakte zu Geflügel aus einer Vielzahl an Herkunftsbetrieben bestehen. Insbesondere durch die Zusammenkunft von Vögeln aus vielen verschiedenen Tierhaltungen besteht ein hohes Risiko für die Verbreitung der Geflügelpest zwischen Vogelbeständen.

Das nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut hat am Mittwoch den zweiten Nachweis der Geflügelpest in Hessen im aktuellen Winterhalbjahr bestätigt. Nachdem in einem Betrieb in der Gemeinde Münchhausen im Landkreis Marburg-Biedenkopf mehrere Hühner verendet waren, veranlasste der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf weitere Untersuchungen. Da die im Landesbetrieb Hessisches Landeslabor durchgeführten Untersuchungen mit positivem Ergebnis auf aviäre Influenzaviren verliefen, wurden die Proben zur Bestätigung des Befundes an das nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut gesendet. Die Infektion wurde wahrscheinlich über eine Geflügelausstellung in Nordrhein-Westfalen, die der betroffene Tierhalter mit einigen seiner Tiere besucht hatte, in den Bestand eingeschleppt. Mittlerweile sind auch Bestände in anderen Bundesländern betroffen, aus denen Geflügel auf der gleichen Ausstellung präsentiert wurde. Bereits am 9. November 2022 wurde der in diesem Winterhalbjahr erste Ausbruch der Geflügelpest in Hessen in einem Geflügelbestand in der Stadt Hungen im Landkreis Gießen nachgewiesen.

Aufruf zur Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen in den Geflügelhaltungen

Gemäß der Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, ist davon auszugehen, dass die Geflügelpestviren ganzjährig im europäischen Raum und damit auch in Hessen in der heimischen Wildvogelpopulation vorhanden sind. Um einen Eintrag in hessische Geflügelhaltungen zu vermeiden, appelliert das Hessische Umweltministerium an alle Geflügelhalterinnen und -halter, die Sicherheit ihrer Betriebe zu prüfen, zu optimieren und konsequent umzusetzen. Der direkte und indirekte Kontakt von Haus- und Wildvögeln muss unbedingt vermieden werden. Vor allem darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen gewährt werden, die mit Hausgeflügel in Kontakt kommen können. Geflügel darf außerdem nicht an Gewässern trinken, zu denen auch wildlebende Vögel Zugang haben. Alle Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter sind zur Anmeldung ihrer Geflügelbestände bei der zuständigen Veterinärbehörde verpflichtet, sofern dies noch nicht erfolgt sein sollte. Um eine Infektion von wildlebenden Vögeln mit dem Virus der Geflügelpest möglichst früh zu erkennen, sollten tote oder kranke Vögel, insbesondere Wassergeflügel (Schwäne, Enten, Gänse) und Greifvögel, an die zuständige Veterinärbehörde des Landkreises oder der kreisfreien Stadt gemeldet werden. Tot aufgefundene Singvögel oder Tauben sollten nur dann gemeldet werden, wenn mehrere tote Vögel dieser Arten an einem Ort gefunden werden.

Hintergrund

Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine besonders schwer verlaufende Form der Aviären Influenza bei Geflügel und anderen Vögeln, die durch hochpathogene Influenzaviren der Subty-pen H5 und H7 verursacht wird. Eine Infektion führt zu einer akut verlaufenden Erkrankung, die sich sehr schnell über größere Gebiete ausbreiten kann. Als natürliches Reservoir gelten Wildvö-gel, insbesondere Wasservögel. Die Geflügelpest-Viren sind sehr stark an Vögel angepasst, daher kommen Infektionen anderer Tierarten und von Menschen selten vor. Bei sehr intensivem Kontakt mit infiziertem Geflügel können sich in seltenen Fällen Menschen und andere Säugetiere anstecken und erkranken. Daher sollte der direkte Kontakt mit erkrankten oder toten Wildvögeln vermieden werden. Eine Ansteckung des Menschen mit dem Erreger über infizierte Vögel oder deren Ausscheidungen ist in Deutschland bislang nicht bekannt geworden. Bei Auftreten von Krankheitssymptomen wie Atemwegserkrankungen oder Entzündungen der Lidbindehäute nach dem Kontakt mit toten oder krank erscheinenden Wildvögeln, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sind unter dem folgenden Link ein Merkblatt mit Hinweisen zu

Biosicherheitsmaßnahmen insbesondere auch für kleine Geflügelhaltungen sowie ein Merkblatt mit Vorsichtsmaßnahmen zum Umgang mit tot aufgefundenen Wildvögeln abrufbar: https://umwelt.hessen.de/Tierschutz-und-Tierseuchen/Tierseuchen/Gefluegelpest

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz,

Landwirtschaft und Verbraucherschutz 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mainzer Straße 80

65189 Wiesbaden

Tel.: +49 (0) 611 / 815 - 10 20

E-Mail: pressestelle@umwelt.hessen.de

Internet: www.umwelt.hessen.de

Twitter: www.twitter.com/UmweltHessen                                                                                              09.12.2022

 



Liebe Züchterinnen und Züchter,

trotz aller Vorkehrungen und Maßnahmen ist es zum Ausbruch der Geflügelpest bei einem Züchter im Landkreis Marburg-Biedenkopf gekommen. Es ist im Sinne unserer Rassegeflügelzucht sehr wichtig, dass wir jetzt gemeinsam dafür sorgen, dass nicht noch unnötig weitere Tiere qualvoll verenden oder getötet werden müssen. Die Veterinärbehörde des Landkeises hat daher heute nachstehende Pressemitteilung veröffentlicht. Die wir hiermit allen Züchterinnen und Züchtern zur Kenntnis geben möchten.

Der LV-Vorstand

Pressemitteilung 740/2022 des Landkreises Marburg-Biedenkopf vom 05.12.2022

Geflügelpest-Verdacht festgestellt – Betroffen ist ein kleinerer Zuchtbetrieb in der Gemeinde Münchhausen / 25 Hühner mussten getötet werden

Marburg-Biedenkopf – In einem kleineren Geflügelzuchtbetrieb in der Gemeinde Münchhausen besteht der Verdacht auf einen Ausbruch der Geflügelpest. Nachdem mehrere Hühner des Betriebes verendet waren, hatte der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf sofort weitere Untersuchungen veranlasst. Erste Laboruntersuchungen bestätigten den Verdacht. Alle rund 25 Tiere des Bestandes wurden noch am Wochenende aus Sicherheitsgründen, und den gesetzlichen Vorgaben folgend getötet, um eine weitere Ausbreitung der Tierkrankheit zu verhindern.

Neben dem Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz waren der Geflügelgesundheitsdienst des Landes Hessen sowie das Hessische Landeslabor in die Untersuchungen eingebunden. Dabei wurde bei 14 Vögeln in einem ersten Labortest der Geflügelpest-Erreger „H5“ nachgewiesen. Die finale Bestätigung durch das für Tierseuchen zuständige Friedrich-Löffler-Institut steht noch aus. Die Infektionsquelle ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Geflügelausstellung in Nordrhein-Westfalen, die der betroffene Tierhalter mit einigen seiner Tiere besucht hatte.

Nach Rücksprache und fachlichem Austausch mit den zuständigen Stellen der Landregierung sowie in Übereinstimmung mit geltendem EU-Recht ist die Einrichtung von festen Schutz- und Überwachungszonen derzeit nicht erforderlich. Dennoch werden die Amtstierärzte des Kreises die Situation vor Ort weiter engmaschig kontrollieren, um bei Bedarf schnell handeln zu können. Sie empfehlen Tierhaltern außerdem dringend, auf den Besuch von  Geflügelausstellungen zu verzichten.

Hintergrund: Die Geflügelpest

Die Geflügelpest, auch Aviäre Influenza oder umgangssprachlich Vogelgrippe genannt, ist eine hochansteckende Tierseuche und wird durch Viren übertragen. Die Übertragung erfolgt in der Regel über direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder Kontakt mit virusverunreinigten Materialien wie Einstreu, Gerätschaften, Schuhwerk, Schutzkleidung oder Fahrzeugen. Insbesondere Hühner oder Puten erkranken schwer, was zu einem erheblichen Leiden der Tiere und hohen Todesraten führen kann. Die Geflügelpest kann nicht behandelt werden.

Erreger der Geflügelpest sind Influenza-Viren, die grundsätzlich auch auf Menschen übertragen werden können. Insgesamt ist das Risiko für Menschen laut Robert Koch-Institut bei der aktuellen in Deutschland kursierenden Variante aber als sehr gering einzuschätzen. Gefährdet sind demnach nur Personen mit engem Kontakt zu infiziertem Geflügel.

Infos für Geflügelhalter:

Der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Kreises rät grundsätzlich, konsequent die sogenannten Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Dies sind Vorkehrungen, die eine Übertragung des Virus verhindern sollen – egal ob von außen in den eigenen Bestand oder zwischen einzelnen Geflügelhaltungen. Eine Übersicht, was generell von Geflügelhaltern zum Schutz vor der Geflügelpest gefordert wird, geben die Merkblätter des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) und des Friedrich-Löffler-Instituts, abrufbar unter: https://umwelt.hessen.de/sites/umwelt.hessen.de/files/2021-07/verhaltensregeln_fuer_kleinbetriebe_mit_gefluegelhaltung.pdf

und https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00000891/Merkblatt-AI_2016-11-25.pdf.

Die Merkblätter wenden sich an alle Geflügelhalter, insbesondere jedoch an die Verantwortlichen von kleineren Geflügelhaltungen mit weniger als 100 Tieren, da in Kleinsthaltungen Biosicherheitsmaßnahmen oft nicht ausreichend beachtet werden.

Weitere Informationen auch auf der Website des Kreises unter www.marburg-biedenkopf.de.

 

                                                                                                                                                  05.12.2022



Wichtige Mitteilung zur 126. LIPSIA-Schau in Leipzig und 141. Deutschen Junggeflügelschau in Hannover

 

Liebe/r Zuchtfreund/in,

 

Nach den fatalen Geflügelpestausbrüchen in Mecklenburg-Vorpommern, sind bundesweit die Veterinärbehörden seit Tagen alarmiert.

 

Sowohl den Leipziger als auch den Hannoveraner Zuchtfreunden wurde im Laufe des heutigen Tages die Ausstellung von Wassergeflügel und Geflügel untersagt.

 

 

 

Die Rassetaubenausstellung unter dem Dach der 126. Lipsia wird ebenso stattfinden, wie zwei Wochen später die 71. Deutsche Rassetaubenschau in Hannover unter dem Dach der 141. Deutschen Junggeflügelschau.

 

 

 

Bitte informiert alle  Aussteller  die für die 126. Lipsia-Schau in Leipzig und der 141. Deutschen Junggeflügelschau gemeldet haben über diese Entscheidung.

 

                                                                                                                                                                                                  11/2022