Rassegeflügel-Preisrichtervereinigung im LV Kurhessen


Chronik PV Kurhessen (Stand 02/2026)

Die PV Kurhessen ist aus der Süddeutschen Preisrichter Vereinigung hervorgegangen, es gibt weder Aufzeichnungen, wann die Süddeutsche Preisrichtervereinigung gegründet wurde, beziehungsweise wann dieses sich aufgliederte. Bisher hat die PV Kurhessen 7 Vorsitzende. Leider sind die Unterlagen bis zum Ende des Krieges während der Ära Hördemann in Kassel verlorengegangen. Lückenlose Dokumente liegen seit 1954 vor. Die erste Geflügelschau fand 1854 statt. Früher wurden erfolgreiche und angesehene Züchter als Preisrichter eingesetzt. Diese traten nicht im weißen Kittel wie der Preisrichter heute, sondern im Gehrock und Zylinder. Der lose Zusammenschluss von Preisrichtern war zunächst nicht auf die Ausbildung von Preisrichtern ausgerichtet, da es dazu eines Vorläufers der jetzigen Musterbeschreibung bedurfte. Die erste umfassende Musterbeschreibung ist 1913 erschienen. Im Preisrichterverzeichnis von 1914 sind 176 Deutsche Preisrichter mit ihren Wohnorten aufgeführt, darunter keiner aus dem Bereich Kurhessen. Im Kalender für Geflügelzüchter 1926 aus dem Verlag Fritz Henningsdorf Berlin ist auch ein Mitgliederverzeichnis der Süddeutschen Geflügel aufgeführt darunter Otto Hördemann, Kassel, E. Mengel Marburg (Lahn) und S. Pfeiffer Marburg (Lahn). Es gab damals eine Bestimmung, nach der sich ein Richter im Vorfeld einer Ausstellung über die noch amtierenden Richter zu informieren hatte, dann nur gemeinsam mit organisierten Richter bewertet wurde. Die Mitwirkung von sogenannten „wilden Richtern“ wurde grundsätzlich abgelehnt. In einem Katalog einer Ausstellung vom 2./4. Dezember 1927 in Paderborn mit 577 Nummern ist auch ein Richter August Kiel aus Fulda genannt, der jedoch nicht der süddeutschen Geflügel Preisrichtervereinigung angehörte.

 

In der Vorkriegszeit gab es eine Klassen Bewertung. In einer Klasse wurden je nach Anzahl der Tiere 1., 2. und 3. Preise vergeben, die ausgestellten Tiere wurden untereinander verglichen. War nach Ansicht des Preisrichter die Qualität der Tiere nicht hinreichend, konnte er den ersten Preis zurückhalten und an die Ausstellungsleitung zurück geben. Dann wurde in den 20er Jahren die Qualitätsbewertung mit Noten eingeführt diese Bewertung nannte man damals Bundes Bewertung. Diese Bundes Bewertung war der Schritt weg von der Klassen Bewertung mit den Vergleichsergebnissen von zufälligen dieser Klasse anwesenden Tieren. Die Bundesbewertung sollte den objektiven Wert eines Tieres feststellen, unabhängig von der Qualität der vorgestellten Vergleichstiere. Maßstab war dabei die Musterbeschreibung, nicht der Zustand einer Rasse. In der Praxis gab es jedoch durch die Preiszuteilung ein Mischsystem. Trotzdem wurde innerhalb einer Rasse eine Rangfolge festgestellt, weil die Ausstellungen zur Auszahlung von Preisgeldern zurückschritten. Der Richter hatte also gleichzeitig mit der Bundesbewertung den Auftrag die 3 besten Tiere einer Klasse bei 10 Tieren auszusuchen, bei 17 bis 20 Tieren in einer Klasse entsprechend bis zu 6 Tieren.

 

Bemerkenswert ist auch eine Passage über die Funktion damaliger damaligen Fachpresse: „es muss der Arbeit unserer Preisrichter Organisationen der Aufklärenden Arbeit unserer Fachpresse überlassen werden, die Richter zu schulen, vom Althergebrachten loszureißen, den Aussteller zu erziehen zur objektiver Stellungnahme auch seine eigenen Tieren gegenüber“. Im Kalender der Geflügelzüchter 1927 finden wir Kurhessen: Hördemann, Kassel, Louis Mengel, Marburg und S. Pfeiffer, Marburg und Heinrich Lech aus Großseelheim als Sonderrichter für Minorka und Italiener. Auf der zweiten Kurhessischen Taubenschau am 19. Und 20. November 1927 in Kassel bewerteten unter anderem die Preisrichter, Hartmann Kassel die Kasseler Tümmler und andere Langschnäblige Rassen. Kisselbach, Kassel die übrigen Tauben Rassen. Auf der Verbandsausstellung am 16. bis 18. Dezember 1927 in Marburg waren die Richter Otto Hördemann, Kassel für Großgeflügel und Hühner, Mengel, Marburg für Tauben eingesetzt.

 

1931 gab der BDRG aus Anlass seines 50-jährigen Bestehens ein Jahrbuch der Geflügelzucht im Verlag Jänicke Hannover heraus. Darin wird der damalige Preisrichter Vorsitzende Otto Hördemann aus Kassel Wolfhagen, auch als Vorsitzender des Verbandes der Geflügelzüchter

Vereine für den Regierungsbezirk Kassel aufgeführt. Diesen Verband gehörten zu diesem Zeitpunkt 36 Vereine an. Die Süddeutsche Geflügel Preisrichter Vereinigung dessen 1. Vorsitzender Otto Hördemann bestand damals aus ganz Hessen, darüber hinaus Richter aus Karlsruhe und dem Saarland. Im Süden Deutschlands gab es neben der Bayerischen und eine noch eine badische Preisliste Vereinigung. Auf der Landesverbandsschau 1937 waren Hördemann, Willy Greiner, Eschwege als PR tätig. Vom 28.-30.11.1947 fand die Kreisschau der Kreisfachgruppe Kassel statt. Hier waren folgende PR eingesetzt: Hördemann, Heinrich Schäfer, Eschwege, Heinrich Schalk, Kirchhain, Willy Greiner Eschwege und Hans Löwer, Kirchhain.

 

Das PR-Verzeichnis 1949 enthält für den Fachverband Kurhessen des VDRP (in der amerikanischen, britischen, französischen und russischen Besatzungszone) 10 Preisrichter.

 

Heinrich Geiser, Detmold, E-K; Willy Greiner, Eschwege, SR für Schautauben; Karl Hamenstädt, Kassel-Wilhelmshöhe, SR für Orpington; Otto Hördemann, Kassel, A-K; Hans Löwer, Kirchhain, C, E-K; Heinrich Schäfer, Eschwege, A-K; Herbert Schäfer, Eschwege, A-D1; Heinrich Schalk, Kirchhain, A-C; Georg Schröder, Großseelheim, SR gestreifte Italiener, Nikolaus Wimmel, Kassel-Harleshausen, B,C1.

 

1949 war Heinrich Schäfer aus Eschwege 1. Vorsitzender. 1956 umfasste die PV 16 Preisrichter und 2 Anwärter. Die Preisrichtergebühr für 100 zu bewertende Nummer 25 DM, Übernummern 0,30 DM. 1958 für die PV die VDRP-Tagung in Marburg durch. 1961 wurde Georg Schröder, Großseelheim zum Ehrenmitglied ernannt. Da der Kassenbestand der PV 1962 auf 5,89 DM geschrumpft war wurde der Beitrag auf 10 DM jährlich erhöht. 1963 wurden die Preisrichtergebühren auf 30 DM erhöht. Neben der JHV fand in der 60er Jahren noch eine Schulungsveranstaltung statt. Ab 1966 wurden dann 2 Schulungsveranstaltungen durchgeführt. 1966 gehörte der PV 20 Preisrichter (13 Allgemein- und 7 Sonderrichter) außerdem 4 PR-Anwärter. Bei den Wahlen 1968 wurden Hans Löwer, Kirchhain als 1. Vorsitzender gewählt. Willi Döllefeld, Bebra 2. Vors., Kassierer und Geschäftsführer blieb Hans Schröder, Marburg, Schriftführer wurde Heinz Wolff, Lispenhausen. Heinrich Schäfer wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. 1970 wurde der Beitrag auf 12 DM erhöht. Beim LV erwirkte Hans Löwer einen Beschluss, wobei der Vorsitzende ein Mitspracherecht bei der LV-Schau eingeräumt wurde. 1972 wurde der Jahresbeitrag auf 15 DM erhöht. 1972 wurde der PR-Kollege Anton Müller auf dem LV-Tag in Fulda zum 1. Vorsitzenden des LV Kurhessen gewählt. 1973 verstarb der Ehrenvorsitzende Heinrich Schäfer. 1974 gehörten der PV 22 Allgemein- 2 Sonderichter und 4 Anwärter an. Die PR Becker, Marburg und Wimmel, Kassel wurde 1975 zu Ehrenmitgliedern. 1978 umfasste die PV 31 Preisrichter und 3 Anwärter, 2 Preisrichter ihr Amt nicht ausüben.

 

1982 wurde der Vorstand umstrukturiert. Hans Löwer wurde Ehrenvorsitzender. Johannes Schröder, Marburg wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt, Helmut Pez übernahm das Amt des Schulungsleiter A-D und Siegfried Grenz wurde Beisitzer, 1983 übernahm Hans Groß, Treysa das Amt des Schulungsleiter E-N. 1984 fand in Fritzlar eine gemeinsame Schulung der Gruppe A mit der PV-Hessen-Nassau statt. 1985 wurde Horst Schmidt zum 2. Vorsitzenden und Schulungsleiter für die Gruppen E-N und Z1-3 gewählt. Am 14. Und 15. Juni war die PV Ausrichter der VDRP Tagung in Marburg. 1986 gratulierte Hans Löwer dem 1. Vorsitzenden zur Ernennung zum Bundesehrenmeister. 1988 wurde Dr. Horst Schmidt Schulungsleiter für die Gruppen A-D und Z1-3. Heinrich Visosky wurde Schulungsleiter E-N. 1988 wurde ein Schwerpunkt auf die Schulung der Ziergeflügelgruppen gelegt. Anlässlich der LV-Ziergeflügelschau in Bad Hersfeld-Asbach nahm 1989 der VZI Vorsitzende Klaus Speicher 9 Kollegen der PV die praktische und theoretische Prüfung ab. Der Jahresbeitrag wurde 1989 von 25 auf 35 DM erhöht. 1990 wurde die PV aus der geographischen Randlage in das Zentrum Deutschlands gerückt. In der JHV 1992 wurde der Beitrag auf 45 DM angehoben, nachdem der Kassenbestand auf 652 DM geschrumpft war. Da Dr. Horst Schmidt den LV übernommen hatte, wurde Siegfried Grenz 2. Vorsitzender,

Helmut Pez Schulungsleiter A-D. Das Aufgabenfeld des Ziergeflügel übernahm Johannes Schröder.

 

1997 auf der JHV trat aus Altergründen der 1. Vorsitzende Joh. Schröder nicht mehr an. So kam es zu folgenden Umbesetzungen: Ehrenvorsitzender Joh. Schröder, 1. Vorsitzender S. Grenz, 2. Vors. Eberhard Klüber, Schriftführer Burkhard Beltz, Kassierer blieb weiterhin Karlheinz Schmidt. Die Schulungsleiter im Jahr 2000 waren A+B, Helmut Pez; D Friedhelm Ahlgrimm; E-M, Norbert Hillenbrandt und Christian Kühne, Z1-3 Joh. Schröder. Im Jahr 2001 wurde die Gruppe C der Gruppe B zugeschlagen. Die Gruppe F der Formentauben zugefasst. 2001 übernahm Dietmar Walter die Gruppen des Ziergeflügels. Der Bestand an Preisrichtern betrug 2002 auf der JHV in Wittelsberg 60 PR von denen 9 nicht mehr richten. Der Jahresbeitrag wurde auf 25 Euro festgelegt.

 

2009 gab Siegfried Grenz sein Amt in jüngere Hände, gewählt wurde Rudolf Ehrhardt aus Fritzlar. 2. Vorsitzender wurde Ehrhart Ritter aus Frankenberg. Schriftführer wurde Bernd Herbold, Homberg. Die Vorträge wurden jeweils per Beamer Präsentation durchgeführt. Nach dem frühen Tod von Jürgen Schelberger wurde 2012 Reinhold Schaub Schulungsleiter für die Gruppe A. 2013 wurde Helmut Pez Ehrenmitglied des VDRP. Ihm folgte 2015 Christian Kühne. 2016 führte die PV in Borken/Hessen die VDRP-Tagung durch. Hier wurde Dr. Horst Schmidt zum Ehrenmitglied des VDRP ernannt.

 

Aus gesundheitlichen Gründen musste 2020 Rudolf Ehrhardt sein Amt niederlegen, er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Auf der JHV wurde Dietmar Kling, Ebsdorfergrund zum 1. Vorsitzenden gewählt. Weitere Personelle Änderungen: 2. Vorsitzender und Schulungsleiter Z1-3, Rainer Betz, Burbach. Am 27.2.2022 verstarb der Ehrenvorsitzende Rudolf Ehrhardt. Am 5.11 2023 verstarb der Ehrenvorsitzende Siegfried Grenz. Auf der VDRP-Tagung 2024 wurde Friedhelm Ahlgrimm vom VDRP zum verdienstvollen Schulungsleiter ausgezeichnet. Auf der JHV 2024 wurde Peter Schmack aus Wollmar zum Beisitzer gewählt. Die PV besteht 2025 aus 34 aktiven Preisrichter, 4 bewerten nicht mehr. JHV wurde Peter Schmack zum Schriftführer gewählt, Bernd Herbold scheidet nach 15 Jahren aus.

 

Dietmar Kling

 

Quelle bis 2002 LV Chronik 100 Jahre 2003


Preisrichtergruppen  
Rassegeflügel  
A Wassergeflügel, Puten und Perlhühner
B Hühner
D Zwerghühner
E Kropftauben
F Formentauben/ Huhn- und Schautauben
G Tümmlertauben7 Spiegelflugtauben
H Farbentauben
I Trommeltauben
K Strukturtauben
L Mövchentauben
M Warzentauben einschließlich Bagdetten
   
Ziergeflügel  
Z1 Hühnerartiges Ziergeflügel (Galliformes) von Zwergwachtel bis Pfau
Z2 Wild- und Ziertauben
Z3 Wasserziergeflügel (Anatidae) / Gänse und Enten

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2022 Antrag zur Ausbildung RG-PR_SW_RZ.p
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